Wie ich in einem früheren Artikel bereits erwähnte, hatte ich vor einigen Monaten das Vergnügen die tolle Sängerin ZAZ in einem Konzert in Hamburg zu erleben. Die Bühnenshow, ihre Band und die Lieder waren einfach wunderbar. Das Publikum war begeistert. Es wurde getanzt und teilweise sogar mitgesungen. Ein Foto der Sängerin, sowie die Videoaufnahme eines eher unbekannten Liedes von ihr, möchte ich den Lesern von “taktgefuehle” nur ungerne vorenthalten.
Am 18.11.2011 fand in Gent ein Konzert des 1973 in London geborenen Musikers Alexi Murdoch statt. Der Sohn einer schottisch-französischen Mutter und eines griechischen Vaters, verbrachte seine Kindheit in Griechenland und seine Jugend in Schottland. Sein Studium begann er daraufhin in den Vereinigten Staaten. Heute lebt er in Berlin, wenn er nicht gerade dabei ist durch die Welt zu touren.
Letzten Freitag durfte ich den zukünftigen Star des Alternative-Rock-Himmels, im Rahmen einer dieser Touren live erleben. Mit akustischen Elementen und einem bewussten Drift zum Indie Folk, begeisterte er mit warmen, selbst produzierten, abwechslungsreichen individualistischen Klängen. Während sein Stil und seine Stimme, samt durchgezogenem Mikro-Klangeffekt, einen hohen Wiedererkennungwert hatten, experimentierte er umso mehr mit verschiedenen, unter anderem recht ausgefallenen Instrumenten. Neben Akustik- und E-Gitarre spielte er Klavier, zupfte die Geige und versuchte sich zum Beispiel, recht erfolgreich, an einem Akkordeon-ähnlichen Klangwerkzeug. Die Aufname ist zwar recht dunkel, für einen auditiven Eindruck vom Konzert jedoch ausreichend.
Hier “Orange Sky”, der bekannteste Song des Sängers. Das Stück wurden bereits in bekannten U.S. Serien wie O.C. California, Dr. House und Prison Break verwendet.
Und zu guter Letzt noch der schönste Song, oder zumindest mein persönlicher Favorit des Newcomers: “All my Days”
Gestern Abend war ich bei einem Konzert des VUB Orchesters im Konservatorium von Gent. Gespielt wurde Beethovens “Egmont Ouvertüre”, “Introduction et Rondo Capriccioso” von Saint-Saëns, “Danzón Nr.2″ von Arturo Márquez, “Catcerto” von Mindaugas Piecaitis, “The Prince of Egypt” von Stephen Schwartz, Auschnitte aus dem Musical “Chicago”, sowie die “Hymn of the Fallen” von John Williams. Dirigiert wurde das Orchester von Jurgen Wayenberg, das Violinsolo spielte André Hosszu. Während die Filmmusik sehr unterhaltsam, und durchaus in der Lage war, für den ein oder anderen Chill zu sorgen, bildeten Beethoven und Saint-Saëns sicherlich den musikalischen Höhepunkt des Abends. Das junge Orchester sicherte sich mit Freude am Spielen und strategischer Programmauswahl die Sympathie des Publikums. Der Abend wurde mit Austern, Kaviar-, Steinpilz- und Wachtelei-Häppchen, sowie leckeren Desserts und Champagner abgerundet und schlußendlich von Jederman als voller Erfolg empfunden.
Dennoch sollen an dieser Stelle nicht die von mir gedrehten Videos, sondern porfessionelle Aufnahmen der Stücke folgen. Insbesondere für die “Introduction et Rondo Capriccioso” gespielt von Oistrach, sollte man sich einen Moment Zeit nehmen. Ich bin davon überzeugt, dass jeder dieses atemberaubend schöne Stück, spätestens nach wiederholtem Hören, in sein Herz schließen wird.
Ein Muss für Pink Floyd Fans, ein ergreifendes Erlebnis für Jederman. Das Planetarium in Hamburg hat seit einiger Zeit zwei ganz besondere Shows auf dem Spielplan. Die Alben “Dark Side of the Moon” und “The Wall” wurden zu visuellen Bildkonzerten weiterentwickelt, die nun in ungefähr einstündigen Shows dem neugierigen Publikum vorgeführt werden. Während man also gemütlich im zurückgelehnten Sessel liegt und der wundervollen Musik einer der erfolgreichsten Gruppen aller Zeiten lauscht, wird man vom fiktiven Himmelszelt, mit auf die Sternenkuppel projezierten dreidimensionalen Bilderwelten, eindrucksvoll berieselt. Zwischen den Stars und den Sternen schwelgt man in treuer Zufriedenheit und atmet das atemberaubende Kunstwerk genauso, wie den sinnlichen Nebel, der für die Lasershow aufsteigt, in sich hinein. Mit grandioser Musik durchs Universum schweben, sich entspannen, denken und träumen. Eine Show die man nicht verpassen sollte!
Ich selber besuchte bereits zwei Mal die “Dark Side of the Moon” und einmal die “The Cosmic Wall“ Show. Obwohl mir beide Aufführungen sehr gut gefielen, ist die erste meines Erachtens noch gelungener. Das mag einfach daran liegen, dass das Album thematisch nicht besser zu einer Aufführung am Sternenhimmel passen könnte. Zum anderen vielleicht auch einfach an einer persönlichen Präferenz. Als Wunsch für die Zukunft bliebe nun noch offen, auf eine Inszenierung des “Wish you were here” Albums zu hoffen. “Shine on you Crazy Diamond” ließe sich sicherlich sehr kunstvoll umsetzen!
Der Eintritt kostet 11€. Es ist ratsam sehr zeitig zu erscheinen, da die Türen pünktlich geschlossen werden und danach wirklich niemand mehr reinkommt. Auf das Bier unmittelbar vor der Show sollte auch verzichtet werden, da es nicht erlaubt ist den Saal zwischendurch zu verlassen (bzw. ihn dann wieder zu betreten).
Art any Mess und zeitenwende 2012 haben mich durch ihre schönen Pink Floyd Beiträge auf die Idee für diesen Artikel gebracht. Danke!
Gestern war ich in der “Vlaamse Opera” in Gent. Ich hatte mir mittags ein Ticket für das Stück Tsjarodejka gekauft. Diese sehr selten aufgeführte Oper von Tschaikowsky, trägt im Deutschen den Namen “Die Zauberin”. In Belgien wird die russische Rarität nun sogar zum ersten Mal gespielt. Es drängt sich dem Zuhörer im Vorfeld die Frage auf, ob das Stück in der Vergangenheit zurecht vernachlässigt wurde, oder ob es sich um eine unendeckte Perle handelt, deren Sternstunden noch in der Zukunft liegen. Das gestrige Opernerlebnis konnte mir, aufgrund der obskuren Inszenierung darüber leider keinen Aufschluss geben. Ein detailliertes Resumé wird nachgereicht. Soviel sei schon einmal gesagt. Ich mag mich derzeit keiner schlechteren Interpretation eines Stückes entsinnen.
Das Opernhaus allerdings ist schön, obgleich die Akustik zu wünschen übrig lässt. So schluckt die Bühne nicht nur die Stimmen der Sänger, sondern auch die Töne aus dem viel zu tief gelegenen Orchestergraben. Sollte der ein oder andere Musiker also doch einen nennenswerten Klang erzeugt haben, kam dieser zumindest nie im Zuhörerraum an.
Gestern machte ich mich gegen fünf Uhr nachmittags mit dem Zug auf den Weg von Gent nach Lille, ein Städtchen im Norden Frankreichs, nahe der belgischen Grenze. Dort gibt es ein, wie ich herausfinden durfte, recht schönes Opernhaus, das an diesem Abend eine Händel-Inszenierung zum Besten geben sollte. Ich hatte mir die Karte für die „Agrippina-Aufführung“ schon einige Wochen zuvor gekauft und freute mich nun sehr auf den lang ersehnten Besuch des Stückes. Nach meiner Ankunft machte ich mich zunächst auf den Weg zur Auberge de Jeunesse wo ich mir einen Schlafplatz in einem Fünfbettzimmer reserviert hatte. Ich legte einige Sachen ab, machte mich frisch und entschied mich dann noch ein wenig durch die Stadt zu wandern, bevor ich mich zur Oper begeben wollte. Mir gefiel das Städtchen und es machte mir Freude die kleinen Straßen zu erkunden. Es stellte sich heraus, dass das Opernhaus direkt im Zentrum platziert ist. Schon beim Betreten gefiel es mir. Man reichte mir ein Programmheft und ich begab mich zu meinem, leider recht schlechten Platz. Trotzdem konnte ich die Aufführung sehr genießen. Es ist wirklich ein schönes Stück und ich erlebte einen äußerst unterhaltsamen Abend. Genauere Informationen zum Inhalt und der Inszenierung werde ich in einem kleinen Resumé nachreichen.
Danach ging ich zurück zum Hostel und legte mich schlafen. Es war schließlich bereits nach Mitternacht und ich war zugegebenermaßen ziemlich erschöpft. Heute morgen stand ich dennoch recht früh auf, um mich nach einem kleinen Frühstück auf den Weg in den Süden der Stadt zum „Marché de Wazemme“, den mir ein Freund empfohlen hatte, zu machen. Recht verschlafen schlenderte ich entlang der „Rue Léon Gambetta“, um auf dem Weg langsam, gemeinsam mit der Stadt aufzuwachen. Die Blumenstände, Brotläden und Straßenmusiker empfingen mich bei meiner Ankunft am Markt. Das rege Treiben zog mich in seinen Bann und stimmte mich glücklich, sodass ich gerne mehrere Stunden damit verbrachte mich von der sonntäglichen Stimmung der Käufer und Standbesitzer einfangen zu lassen. Ich kaufte einen alten Asterix&Obelix Comic und ging, bevor ich mich auf den Weg zurück ins Zentrum machte, noch in die kleine Kirche am Marktplatz. Gegen elf Uhr war mein Morgen in Lille beendet und ich nahm den Zug zurück nach Gent. Alles in Allem war es ein sehr kurzer, aber unglaublich gelungener Ausflug in ein nettes kleines Städtchen, mit einer schönen kleinen Oper.
Das von Tim Mead gesungene Lamento des Ottone hat mir am besten gefallen. Leider konnte ich nur eine Bariton-Version desselben finden. Dennoch schön, aber nicht mit der für Alt geschriebenen Version zu vergleichen!
Habe die Arie doch noch in der schoenen Version gefunden. Gesungen von Jan Kullmann.
Am 22. Oktober fand ein Konzert der Studenten der Saint Louis Universität aus Baguioi City statt. In zwei Teilen präsentierte sich die junge Truppe des Zentrums für Kultur und Kunst in einer durch die Universität Gent organisierten Veranstaltung. Die Vorführung war in zwei grundlegende Abschnitte unterteilt. Die erste Hälfte umfasste ein dramatisches Stück über Liebe und Kultur. Dieser Versuch einer “südostasiatischen Oper” war akribisch durchchoreographiert und wirkte etwas zu aufgesetzt. Es fiel schwer sich wirklich darauf einzulassen. Dennoch entbeehrte das Gezeigte nicht einer gewissen Komik, die durchaus fähig war dem distanzierten Rezipienten einen unterhaltsamen Eindruck zu vermitteln. Etwas entspannter und für den Musikinteressierten ein guter Moment die Instrumente genauer unter die Lupe zu nehmen, war das Spielen des Orchesters in den Pausen. Das nunmehr Ungewollte ja geradezu Beiläufige, offenbarte dem ein oder anderen zumindest im Ansatz, eben jene Echtheit, die man sich eigentlich erhofft hatte.
Im zweiten Teil wurde die spanische Kolonialisierung der Philippinen thematisiert. Den farbenfrohen Tänzen in spanischer Tracht und dem Verteilen von selbst gebastelten Blumen an die Zuschauer folgten einige interessante und durchaus schöne Chorlieder. Kitschig und fast schon ins Absurde übergehend schloss der zweite Teil jedoch mit einem patriotischen, vom Professor komponierten Volkslied ab, bei dem selbstverständlich auch das Schwingen einer immensen philippinischen Flagge nicht fehlen durfte. Die Konklusion des Ganzen ist: Wer eine Gruppe von guten philippinischen Musikern und Tänzern, die präsentiert wie sie gerne gesehen werden möchte erleben will, sollte auf seine Kosten kommen. Authentizität und wahre Einblicke in die Kultur der Philippinen werden allerdings nicht gewährt.