Getaggt mit Orchester

Musiktip: Jonathan Jeremiah

Meine neueste Entdeckung ist Jonathan Jeremiah. In den letzten sieben Jahren hat sich der sensible, ambitionierte Sänger und Songwriter die Produktion seines Albums “A Solitary Man” regelrecht vom Mund abgespart. Mit zeitweise drei Jobs gleichzeitig, erfüllte er sich den Traum eines Live-Orchesters für die Aufnahmen des in Eigenregie konstruierten Kunstwerks. In einem Interview mit der Tagesschau sagt er dazu: ”Eine Nachtschicht, und ich konnte mir wieder einen Geiger leisten. Mit der nächsten Nacht war dann der Kontrabassist abbezahlt”. Entstanden ist letztendlich eine ansprechende Mischung aus Folk, Rock, Jazz und Soul. Fast schon ein bisschen zu angenehm. Aber hören sie selbst.

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Das Orchester der freien Universität Brüssel

Gestern Abend war ich bei einem Konzert des VUB Orchesters im Konservatorium von Gent. Gespielt wurde Beethovens “Egmont Ouvertüre”, “Introduction et Rondo Capriccioso” von Saint-Saëns, “Danzón Nr.2″ von Arturo Márquez, “Catcerto” von Mindaugas Piecaitis, “The Prince of Egypt” von Stephen Schwartz, Auschnitte aus dem Musical “Chicago”, sowie die “Hymn of the Fallen” von John Williams. Dirigiert wurde das Orchester von Jurgen Wayenberg, das Violinsolo spielte André Hosszu. Während die Filmmusik sehr unterhaltsam, und durchaus in der Lage war, für den ein oder anderen Chill zu sorgen, bildeten Beethoven und Saint-Saëns sicherlich den musikalischen Höhepunkt des Abends. Das junge Orchester sicherte sich mit Freude am Spielen und strategischer Programmauswahl die Sympathie des Publikums. Der Abend wurde mit Austern, Kaviar-, Steinpilz- und Wachtelei-Häppchen, sowie leckeren Desserts und Champagner abgerundet und schlußendlich von Jederman als voller Erfolg empfunden.

Dennoch sollen an dieser Stelle nicht die von mir gedrehten Videos, sondern porfessionelle Aufnahmen der Stücke folgen. Insbesondere für die “Introduction et Rondo Capriccioso” gespielt von Oistrach, sollte man sich einen Moment Zeit nehmen. Ich bin davon überzeugt, dass jeder dieses atemberaubend schöne Stück, spätestens nach wiederholtem Hören, in sein Herz schließen wird.

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Zwischen Hampelmann und Despot

Itau Talgams TED Talk “Lead like the great conductors” ist eine hervorragende Zusammenstellung verschiedener Stile des Dirigierens. Wer sich schon immer gefragt hat, was dieser “Hampelmann” an der Spitze des Orchester, eigentlich dort zu suchen hat, kommt in diesem Vortrag auf seine Kosten. Ersehnte, nachvollziehbare Antworten auf die Frage nach der Aufgabe des Dirigenten werden gegeben und anhand prominenter Beispiele, wie  Riccardo Muti, Richard Strauß, Herbert von Karajan, Carlos Kleiber und Leonard Bernstein, veranschaulich.

Nach 15 Jahren Orchestererfahrung kann ich nur hinzufügen, dass es tatsächlich einen großen Unterschied macht, von wem man dirigiert wird. Neben dem Dirigierstil, spielt dabei auch die Art der Probenarbeit eine große Rolle.

Obwohl hier TED Talks immer über Youtube geposted werden, gibt es auch die Möglichkeit die Vorträge direkt auf der Seite von TED zu gucken. Dort lassen sich deutsche Untertitel hinzuzufügen.

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Probewochenende GUSO

 

 

 

 

 

Die letzten drei Tage war ich mit dem Ghent University Symphony Orchestra (GUSO) auf Probewochenende in Hoge Rielen. Seit 2006 leitet Steven Decraene, ein erfahrener und talentierter Cellist, Komponist und Dirigent die Proben und Konzerte. Seit der Gründung entwickelte sich das Orchester rasant, sodass es jetzt, nur fünf Jahre später bereits auf äußerst erfolgreiche Konzerte mit namhaften Künstlern wie Hans Van Daele, Michail Bezverkhny, Antonio Mazzini, Rafael Leonardo Junchaya, Fabrizio Cassol, Dj Grazzhoppa & Lode Vercamp, sowie Bart Meynckens zurück blicken kann. Der aufstrebende Weltklasse-Geiger Lorenzo Gatto, der im nächsten Konzert des GUSO das Solo im Beethoven Violinkonzert spielen wird, reiht sich somit harmonisch in die junge Erfolgsgeschichte des Orchesters ein. Mit stilistisch abwechslungsreichen und teilweise überraschend experimentellen Konzerten in Belgien, Spanien (Valladolid), England (University of Cambridge) und Deutschland (Berlin) erreicht das Orchester mühelos Besucherzahlen von 1000 Zuhörern. Ein Publikumsmagnet wird sicherlich auch das recht konservative aber zeitlos schöne Programm der nächsten zwei Konzerte. Gespielt werden die Haydnvariationen meines Lieblingshamburgers “Johannes Brahms”, die slawischen Tänze 2, 4 und 8 von Antonin Dvorak und, wie schon erwähnt, das Violinkonzert D-Dur op.61 von Ludwig van Beethoven.

Als ersten klanglichen Eindruck folgt eine Videoaufnahme des Konzerts für Bassklarinette und Orchester “Concerto Silvestre” von R.L. Junchaya, das 2009 vom Ghent University Symphony Orchestra und Marco Antonio Mazzini als Solisten, in Ghent aufgeführt wurde.

Konzerte:
10.Dezember 2011 in Kursaal (Oostende) - Tickets
Solist: Lorenzo Gatto, 2. Preistäger Queen Elizabeth Competition 2009
16. Dezember 2011 in Bijloke (Gent)
Solist: Jolente De Maeyer, Semi-Finalist Queen Elizabeth Competition 2009

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Music from the Philippines

Am 22. Oktober fand ein Konzert der Studenten der Saint Louis Universität aus Baguioi City statt. In zwei Teilen präsentierte sich die junge Truppe des Zentrums für Kultur und Kunst in einer durch die Universität Gent organisierten Veranstaltung. Die Vorführung war in zwei grundlegende Abschnitte unterteilt. Die erste Hälfte umfasste ein dramatisches Stück über Liebe und Kultur. Dieser Versuch einer “südostasiatischen Oper” war akribisch durchchoreographiert und wirkte etwas zu aufgesetzt. Es fiel schwer sich wirklich darauf einzulassen. Dennoch entbeehrte das Gezeigte nicht einer gewissen Komik, die durchaus fähig war dem distanzierten Rezipienten einen unterhaltsamen Eindruck zu vermitteln. Etwas entspannter und für den Musikinteressierten ein guter Moment die Instrumente genauer unter die Lupe zu nehmen, war das Spielen des Orchesters in den Pausen. Das nunmehr Ungewollte ja geradezu Beiläufige, offenbarte dem ein oder anderen zumindest im Ansatz, eben jene Echtheit, die man sich eigentlich erhofft hatte.

Im zweiten Teil wurde die spanische Kolonialisierung der Philippinen thematisiert. Den farbenfrohen Tänzen in spanischer Tracht und dem Verteilen von selbst gebastelten Blumen an die Zuschauer folgten einige interessante und durchaus schöne Chorlieder. Kitschig und fast schon ins Absurde übergehend schloss der zweite Teil jedoch mit einem patriotischen, vom Professor komponierten Volkslied ab, bei dem selbstverständlich auch das Schwingen einer immensen philippinischen Flagge nicht fehlen durfte. Die Konklusion des Ganzen ist: Wer eine Gruppe von guten philippinischen Musikern und Tänzern, die präsentiert wie sie gerne gesehen werden möchte erleben will, sollte auf seine Kosten kommen. Authentizität und wahre Einblicke in die Kultur der Philippinen werden allerdings nicht gewährt.

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