In Zusammenarbeit mit dem Ritter Butzke und dem Club 1500m² veranstaltete die Deutsche Botschaft am 3.März eine polnisch-deutsche Party. DJs aus Berlin waren angereist, um in einer der coolsten Lokalitäten Warschaus, für ein gut gelauntes, bunt durchmischtes Publikum aufzulegen. Von jungen polnischen Schauspielern bis zu hohen deutschen Diplomaten war Alles dabei. Die Stimmung war unglaublich gut – genau wie die Musik. Der Abend und die Nacht waren somit ein voller Erfolg. Bis 8 Uhr morgens wurde aufgelegt und getanzt. 10 Kilo Konfetti und eine super Lightshow rundeten das ganze Spektakel glanzvoll ab.
Die Künstler des Abends
Aroma (Ostgut/Aromamusic)
Kadebostan (Freude am Tanzen) – LIVE
Sebo (URSL/BAchstelzen)
David Dorad (Bar25)
Pol On (Pets)
bshosa & EasyAudio (detroitZDRoJ)
Mario Aureo (Sportclub/Einmaleins)
Dürerstuben (Mutual) – LIVE
Sven Dohse (Bar 25)
Red Robin (Watergate/Trapez)
Warsaw Calling (1500m2)
Die Nationalhymne der Republik Polen ist nach dem polnischen General und Nationalhelden Jan Hendryk Dąbrowski benannt und heißt deshalb “Mazurek Dąbrowskiego”. Obwohl die fröhliche Melodie des Liedes eine hoffnungsvolle, scheinbar positive Kraft ausstrahlt, ist der Text der Hymne äußerst ernsthaft und stellenweise sehr ergreifend.
Solange wir leben ist Polen nicht verloren. Was uns fremde Übermacht nahm holen wir uns mit dem Säbel zurück. Marsch, Marsch Dabrowski, aus dem italienischen Land nach Polen. Unter deiner Führung vereinen wir uns mit der Nation. Wir werden Weichsel und Warthe durchschreiten, wir werden Polen sein! Bonaparte gab uns vor, wie wir zu siegen haben. Wie Czarniecki bis nach Posen nach der schwedischen Besetzung – zur Rettung des Vaterlands kehren wir über das Meer zurück. Da spricht schon ein Vater verweint zu seiner Basia: “Höre nur, die Unseren schlagen bereits die Kesselpauken.”
Nun verlasse ich dieses schöne Land, in dem ich in den letzten fünf Monaten viele Erfahrungen gemacht habe, die ich nicht missen möchte. Ich habe tolle belgische und internationale Freunde gefunden und wieder einmal viel über subtile, kulturelle Unterschiede gelernt. Mir wurden sowohl die Schönheiten als auch die Problematiken des Landes bewusst. So leisteten während meines Aufenthaltes hier, nach 541 Tagen ohne Regierung, schließlich Elio Di Rupo und sein 12-köpfiges Kabinett in Brüssel den Regierungseid vor König Albert II. Dabei war es äußerst spannend hautnah mitzuerleben, wie sich die Bürger zu solch einer Ausnahmesituationen verhalten. Obwohl ich mich freue nun in meine Heimatstadt zurück zu kehren, verlasse ich Belgien recht wehmütigig. Ich möchte gerne wiederkehren und werde stets herzlich auf meine Zeit in diesem liebenswerten und interessanten Land zurück blicken.
O liebes Land, o Belgiens Erde, Dir unser Herz, Dir unsere Hand, Dir unser Blut, dem Heimatherde, wir schworen’s Dir, o Vaterland! So blühe froh in voller Schöne, zu der die Freiheit Dich erzog, und fortan singen Deine Söhne: “Gesetz und König und die Freiheit hoch!”
O Belgien, o teure Mutter, Dir gehören unsere Herzen, unsere Arme! Dir gehört unser Blut, Vaterland! Alle schwören wir Dir: Du wirst leben! Groß und schön wirst Du immer leben und der Wahlspruch Deiner unverbrüchlichen Einheit wird heißen: Für König, Recht und Freiheit!
“Pussy Riot” nennt sich die revolutionäre Punkband und Gruppe russischer Feministinnen. Die jungen Frauen protestieren unter Lebensgefahr gegen das derzeitige politische Systems. Sie tragen Masken und treten anonym auf, waren jedoch schon mehrfach in Haft und vor Gericht. Einer ihrer farbenfrohen Protestauftritte fand auf dem Dach eines Vorbaus des Moskauer Untersuchungsgefängnisses statt. Dort schrien sie “Tod dem Gefängnis – Freiheit dem Protest” und untermalten den “Gesang” mit harten, verstärkten Gitarrensounds.
Ihr musikalisches Projekt der Revolte findet zunehmend Nachahmer. Darüber freuen sich die Damen und versprechen mit ihrem Motto “a riot is not quiet”, dass man noch viel von ihnen hören wird. Sowohl musikalisch als auch politisch. Denn wieder einmal lässt sich keine eindeutige Grenze der Themenbereiche ziehen. Wie so häufig gehen Musik und Politik direkt ineinander über.
Einen interessanten Hörbeitrag dazu findet man hier bei br.
“Denn sehen Sie, so ist das Leben. Man setzt sich, doch man setzt sich nur daneben!”
Gestern ist der hervorragende Musiker, Schriftsteller und Kabarettist Georg Kreisler, im Alter von 89 Jahren, in Salzburg verstorben. Es folgt eines seiner ehrlichsten und traurigsten Lieder. Denn viel zu häufig wird bei politischer Satire, neben dem unterhaltenden Aspekt, die tatsächliche Ernsthaftigkeit der Aussagen vergessen.
“Freihat hat mit Deutschland selbstverständlich was zu tun, sofern man wirtschaftlich dazu was beiträgt.” Eines der amüsantesten und zugleich angriffslustigsten Lieder des Gesellschaftskritikers, ist sicherlich dieses: “Meine Freiheit!” Wir werden seinen schwarzen Humor vermissen!
Freiheit hat mit Deutschland selbstverständlich was zu tun –
Sofern man wirtschaftlich dazu was beiträgt!
Manche müssen unfrei bleiben. Keiner ist immun
Wenn er den Zug versäumt, der ihn dann freiträgt
Wenn er den Zug nicht sieht und alles komplizieren muss
Tja, dann wird es Regeln geben, die er respektieren muss
Dann wird ihm sein Arbeitgeber vielleicht sagen:
Meine Freiheit muss noch lang nicht deine Freiheit sein! Meine Freiheit: Ja! Deine Freiheit: Nein! Meine Freiheit wird von der Verfassung garantiert Deine hat bis jetzt nicht interessiert
Meine Freiheit heißt, dass ich Geschäfte machen kann Und deine Freiheit heißt, du kriegst bei mir einen Posten Und da du meine Waren kaufen musst, stell’ ich dich bei mir an Dadurch verursacht deine Freiheit keine Kosten!
Und es bleibt dabei Dass deine Freiheit immer wieder meine Freiheit ist Deine Freiheit bleibt Meiner einverleibt Und wenn ich meine Freiheit nicht hab’ Hast du deine Freiheit nicht Und meine Freiheit wird dadurch zu deiner Pflicht! Und darum sag’ ich dir:
Verteidig meine Freiheit mit der Waffe in der Hand Und mit der Waffe in den Händen deiner Kinder! Damit von deinen Kindern keines bei der Arbeit je vergisst Was Freiheit ist
Meine Freiheit sei dir immer oberstes Gebot! Meiner Freiheit bleibt treu bis in den Tod! Wenn dir das vielleicht nicht logisch vorkommt, denk an eines bloß: Ohne meine Freiheit bist du arbeitslos
Ja, Freiheit ist was Anderes als Zügellosigkeit Freiheit heißt auch Fleiß Männlichkeit und Schweiß Ich werd’ dir sagen, was ich heutzutag’ als freiheitlich empfind: Die Dinge so zu lassen wie sie sind
Drum ist in jedem Falle meine Freiheit wichtiger als deine Freiheit je Meine Freiheit: Yes! Deine Freiheit: Nee! Meine Freiheit ist schon ein paar hundert Jahre alt Deine Freiheit kommt vielleicht schon bald!
Aber vorläufig ist nichts aus deiner Freiheitsambition Du hast noch keine Macht und keine Organisation Ich wär’ ja dumm, wenn ich auf meine Freiheit dir zulieb’ verzicht Darum behalt ich meine Freiheit. Du kriegst deine Freiheit nicht – Noch nicht!
Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass viele nicht automatisch auf das Referenzobjekt der Kampagne schließen. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner Nachtrag zu meinem letzten UNHATE Artikel:
Angespielt wird mit den Bildern der neuen Werbekampagne von Benetton auf den historischen “Sozialistischen Bruderkuss”. Eine Tradition und Form der Ehrerbietung sowjetischer Machthaber untereinander, die Freude, Brüderlichkeit, Gleichheit und Solidarität ausstrahlen sollte. Alles im Rahmen der neuen Aktion unter dem Wort “unHATE” zusammengefasst. Der bekannteste Kuss dieser Art war die Begrüßung zwischen Leonid Breschnew (UdSSR) und Erich Honecker (DDR).
Da Leonidas mich auf die Idee brachte gelegentlich auch Werbungen mit schöner Musik zu posten, und momentan die neue UNHATE Kampagne von Benetton dabei ist für Aufsehen zu sorgen (u.a. auf Spookyfilm’s Blog), soll diese Werbeaktion auch vonseiten meines Blogs unterstützt werden. Mir persönlich gefallen sowohl die Bilder des Projekts, als auch der dazugehörige Film mit seiner sorgfältig gewählten Filmmusik.
Es wäre jedoch sehr interessant ein paar weitere Meinungen dazu zu hören. Was haltet ihr von der Kampagne? Zu provokant oder zu langweilig? Nichts besonderes oder sogar geschmacklos?
Eine bewegende Sinfonie über den Sankt Petersburger “Blutsonntag” des Jahres 1905. Ein halbes Jahrhundert, nachdem ein friedlicher Sternmarsch für menschenwürdigere Arbeitsbedingungen, Meinungs- und Religionsfreiheit von den Soldaten der Armee des Zaren niedergeschossen wurde, stellte Schostakowitsch sein historienkritisches Werk dem, unterdessen sowjetischen Publikum vor.
Ein weiteres halbes Jahrhundert später, ist das Stück sowie die Thematik wieder erschreckend aktuell. Die Repressionen, die zum “Arabischen Frühling” führten oder diesen zu unterdrücken versuchten, gilt es für unsere Gesellschaft auch kulturell zu verarbeiten. Bis neue Werke geschaffen werden, die der politischen Komplexität und gesellschaftlichen Dramatik, sowie dem entstandenen individuellen Leid, auf intellektueller sowie emotionaler Ebene gerecht werden, mag es ratsam sein einen Blick in die musikalische Vergangenheit zu werfen. So zum Beispiel auf die 11. Sinfonie des bedeutenden russischen Komponisten und Pianisten Schostakowitsch.
Das Werk ist in g-moll geschrieben und besteht aus vier Sätzen, die thematisch unterteilt sind. Der erste Satz heißt “Der Palastplatz” und ist als Adagio notiert. Es folgen der zweite Satz mit dem Titel “Der neunte Januar” (Allegro), ein dritter Satz als “Ewiges Andenken” (Adagio) und zum Schluss das Allegro non troppo mit dem Namen “Sturmgeläut”. Der letzte Satz ist ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft. Er ist Ausdruck der Vision eines politischen Umbruchs, wie sie auch in den Köpfen der heutigen Vordenker der Revolution entstanden ist. Durch den Blickwinkel der Moderne, mag uns der letzte Teil des Werkes an den erwünschten Wechsel der Jahreszeiten, hin zu einem “arabischen Sommer”, dessen Früchte in den Herzen der Kinder der Revolution heranreifen, erinnern.