„So is life and then you die“

– Großer Geist in kleinem Körper. –


Wieso dringt die Intensität meiner Gedanken nicht nach Außen? Wundert ihr euch auch manchmal, dass ihr innerlich schreit und ihr trotzdem still und leise in der Bahn/ der Vorlesung/ dem Wartezimmer/dem Büro sitzen könnt und die Leute um euch herum nichts von Eurem inneren Kampf mitbekommen? Die Mauern mit denen wir uns von anderen abschirmen sind hoch und mit jedem Tag in dieser Welt voller Intimitätssuggestion (Facebook) und Anonymitätsmanifestation (again: Facebook) werden die Mauern höher.
Vielleicht hören die Leute um euch herum euch nicht, weil sie innerlich selbst schreien?

Man sagt, wenn man anfangen würde über Therapie und Depression zu sprechen, würde man ganz schnell feststellen, wie vielen Menschen es so geht. Ich frage mich: Wie vielen Menschen muss es so gehen, bevor aus einer Krankheit, Normalität wird. Ist Depression noch pathologisch, wenn jeder sie hat? Und wenn das pathologische normal ist, ist dann Normalität krank? Ist dann jeder gestört, der nichts hat? Der glücklich und zufrieden ist? Und gibt es sowas überhaupt? Ich weiß es nicht. Immer wenn jemand ein augenscheinlich „perfektes“ Leben hatte, hab ich mich damit über Wasser gehalten  zu denken: Jaja, der fällt auch noch aufs Maul. Warte ab. Jetzt gerade: Mitte 20, dickes Auto, hotte Freundin, sexy Körper…aber dann..irgendwann…BAM! Burnout. Oder…BAM! Unfall. Oder…BAM! Süchtig.

Aber insgeheim wusste ich natürlich immer: Es gibt keine Garantie dafür. Manche Menschen leben einfach glücklich. Manche Menschen leiden einfach nicht an der Welt und das ist auch in Ordnung so. Man muss auch gönnen können? Ne. Man darf ruhig neiden. Aber ich für meinen Teil weiß, dass ich mich damit nicht aufhalten darf. Ich widme diesen Menschen maximal so viel Lebenszeit wie es braucht angewidert die Augen zu verdrehen, pathetisch energisch an meinem donnerstäglichen 4-Uhr-Nachmittags Wodka zu nippen und scharf an meiner Zigarette zu ziehen. Danach muss man loslassen können. Sich fragen was man will und diesen Weg verfolgen.

Man muss nicht direkt den 5 Jahresplan haben. Ich glaube immer mehr, dass es reicht zu wissen, was man jetzt gerade will. Geschichte ergibt nur rückwärts betrachtet Sinn. Das gilt für Weltgeschichte genauso wie für die eigene. Ich glaube irgendwie daran, dass all die kleinen Entscheidungen die ich tagtäglich treffe, rückwirkend  zu dem führen was sich dann am Ende mein Lebensweg nennt. Und der Grund aus dem ich daran glaube ist der gleiche aus dem Menschen an so viele andere Dinge glauben: Es tut mir gut. Es hält mich am Laufen. Es ist nicht viel, aber solange ich noch die Kraft habe mich für diesen Glauben zu entscheiden, habe ich Hoffnung. Hoffnung lange genug durchzuhalten, bis etwas anderes passiert, dass mich über Wasser hält. Klingt total furchtbar und depressiv mh? Tja. Guess what: So is life, and then you die. 

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